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gesundheit-heute.de » Krankheiten | Therapie » Magen und Darm » Erkrankungen des Dünn- und Dickdarms

Dickdarmpolypen



Häufigkeit

Dickdarmpolypen: Vorwölbung der Dickdarmschleimhaut in die Darmlichtung, meist als gutartige, vom Drüsengewebe der Darmschleimhaut ausgehende Tumoren (Adenome), aus denen sich jedoch die Mehrzahl aller Dickdarmkrebse (Kolonkarzinome) entwickelt. Mehr als 50 % der Dickdarmpolypen befinden sich im Mastdarm. Etwa 10 % der Erwachsenen sind betroffen; die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter. Polypen verursachen nur selten Symptome; sie werden meist zufällig bei einer Darmspiegelung entdeckt und dann grundsätzlich entfernt und feingeweblich untersucht.

Manchmal haben Patienten über 100 Polypen. Der Mediziner spricht dann von einer Polyposis intestinalis; ist sie erblich bedingt, von einer familiären adenomatösen Polyposis (FAP). Diesen Patienten wird in der Regel vorsorglich der ganze Dickdarm entfernt, weil sonst unweigerlich im Laufe ihres Lebens Darmkrebs auftritt.

Leitbeschwerden

 

  • Meist keine Beschwerden
  • In seltenen Fällen Blutungen bzw. Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Durchfall/Verstopfung, Bauchschmerzen, Darmverschluss.

Die Erkrankung

Polypen der Dickdarm- bzw. Mastdarmschleimhaut können in Gestalt und Größe stark variieren. Sie sind zwar (zunächst) gutartig, doch entarten sie innerhalb von rund 10 Jahren sehr häufig zu einem Darmkrebs. Die Ursache für die Entstehung ist unbekannt; es gilt aber als sehr wahrscheinlich, dass eine fettreiche, ballaststoffarme Ernährung die Entstehung entscheidend begünstigt.

Die meisten Dickdarmpolypen verursachen keine Beschwerden, sondern werden zufällig bei einer Untersuchung des Darms entdeckt. Nur sehr selten kommt es zu Blutungen, die entweder sichtbar dem Stuhl aufgelagert oder so geringfügig sind, dass sie mit dem Auge nicht erkannt werden (okkulte Blutung). Große, breitbasig aufsitzende, zottenreiche (villöse) Adenome können größere Schleimmengen produzieren und dadurch zu Flüssigkeits- und Kaliumverlust führen. Generell können große Polypen die Nahrungspassage beeinträchtigen, zu Bauchschmerzen und selten sogar zum Darmverschluss führen.

Das macht der Arzt

Findet der Arzt bei einer Darmspiegelung Polypen, trägt er diese in der gleichen Sitzung endoskopisch mithilfe einer Zange oder Schlinge ab und lässt sie feingeweblich untersuchen. Gelingt es nicht, alle Polypen in einem Behandlungsschritt zu entfernen, erfolgt ein weiterer Eingriff. Bei größeren Polypen (besonders wenn sie flach und breitbasig der Darmschleimhaut aufliegen) ist unter Umständen eine Operation, gegebenenfalls sogar mit teilweiser Entfernung des Dickdarms nötig.

Da immer wieder neue Polypen entstehen können, wird zur Vorsorge eine endoskopische Kontrolluntersuchung alle 3 Jahre empfohlen.


28.07.2008 | Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler, Dr. Bernadette Andre-Wallis


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